Peter Abtmeier

Der Bunker

Führungshilfe für Lehrer

Die Führungshilfe basiert so weit wie möglich auf den in der Ausstellung im "Bunker" (Spitzname für das offiziell als Kommandaturarrest bezeichnete Lagergefängnis) verwendeten Texten und stellt so auch einen Ersatz für den bisher nicht vorhandenen Ausstellungskatalog dar. Nur wenn die Exponate keine ausreichenden Informationen vermitteln, wurden zusätzliche Quellen herangezogen.
"Schülerinformationen" sind zur - eventuell verknappten - Weitergabe an die Teilnehmer der Führung gedacht. Bei vielen Texttafeln genügt auch ein Hinweis.
"Verweise" dienen zum einen als Hintergrundinformation für den Lehrer und zum anderen als Anregung zu einer mögliche Vertiefung des Gehörten oder Gelesenen durch interessierte Schüler bei der selbständigen Erforschung des Kommandanturarrestes.

Arbeitsblätter, die es Schülern ermöglichen sollen, den Bunker auch alleine zu erschließen, finden Sie hier.

Hintergrundinformationen für den Lehrer

3001 (Eingangsflur)
Grundriss des Bunkers von 1938 [hier in etwas anderer Form]

Vernehmungsraum der Politischen Abteilung (Gestapo)
 
Gestapobeamte misshandelten und folterten Gefangene um Geständnisse zu erpressen.
Hohlmauern und Doppeltüren sollten verhindern,dass Schreie nach draußen drangen.
Ab 1943 war in diesem Raum der britische Sonderhäftling Richard Stevens untergebracht.
Der Durchgang zum Nachbarraum wurde erst nach 1945 eingebaut.
Wachraum der SS
Büro des SS-Wachführers
und Aufenthaltsraum der SS-Posten
Aufnahmeraum
 
Alle Gefangenen wurden bei ihrer Einlieferung im Bunker hier von der SS registriert. Ab November 1944 war in diesem Raum der Sonderhäftling Dr. Lothar Rohde untergebracht.
Untersuchungsraum
In diesem Raum fanden ärztliche Untersuchungen an Gefangenen statt.
Ab November 1944 war hier die Ehefrau des Sonderhäftlings Dr. Lothar Rohde untergebracht.
Georg Elser (1903-1945)
Am 8. November 1939 scheiterte in München das Bombenattentat des Kunsschreiners Georg Elsers auf Hitler. Als Sonderhäftling im KZ Sachsenhausen inhaftiert, kam Eiser Anfang 1945 in das KZ Dachau. Hier wurde er in strenger Einzelhaft gehalten, bekam aber mehrere Zellen (Nr. 81-83) zugewiesen.
Am 9. April 1945 wurde Georg Elser im Krematorium des KZ Dachau ermordet.
"Kalfaktoren" im Bunker
Auf Befehl der SS wurden Häftlinge im Bunker zu Hilfsarbeiten wie Essenverteilen oder Reinigen herangezogen (Kalfaktoren).
Unter den Kalfaktoren gab es Gefangene wie den gefürchteten "Bunker-Bernhard", die sich an Misshandlungen und Morden beteiligten.
Andere bemühten sich ihren Mithäftlingen beizustehen. Zu ihnen gehörte Paul Wauer, ein Mitglied der Zeugen Jehovas.
Stehzellen
1944 ließ die Lagerleitung in drei Zellen jeweils vier Stehzellen einbauen. Sie hatten eine Grundfläche von ca. 70x70 cm, so dass sich die Häftlinge weder hinsetzen noch hinlegen konnten. Die ununterbrochene Haft in diesen Stehzellen konnte bis zu 72 Stunden dauern.
Luft- und Lichtmangel verschärften die Folter in diesen Verließen.

3038 (Leseraum)
Die Arrestgebäude des KZ Dachau (Bunker) Im Konzentrationslager Dachau gab es seit April 1933 eine eigene Arrestabteilung. Sie umfasste nur fünf Zellen.
Von Anfang an war dies ein Ort des Schreckens, an dem die Häftlinge von der SS in besonderer Weise misshandelt wurden.
Auch die ersten Morde im KZ Dachau geschahen hier.
Ab Januar 1934 wurde ein neues Arrestgebäude mit 22 Zellen benutzt. Die Häftlinge bezeichneten die zum Lagergefängnis umgebauten Toilettenanlagen der ehemaligen Munitionsfabrik wegen ihres Aussehens als "Bunker". In seinem abgeschlossenen Innenhof wurden von der SS Strafen wie das "Pfahlhängen" ausgeführt. [siehe Luftbild im Leseraum]
Mit dem Bau des neuen Lagers wurde 1937/38 der heute noch stehende "Kommandantur-Arrest" errichtet. Der alte Bunker wurde abgerissen.
Im Unterschied zu seinen beiden Vorläufern handelte es sich um einen modernen Gefängnisbau mit 137 Zellen. Trotz der modernen Einrichtung blieb der Bunker für die Gefangenen ein Ort des Schreckens, der Leiden und des Sterbens.
Das Gebäude wurde nach der Befreiung von der US-Militärregierung zur Internierung von NS-Tätern und später als Militärgefängnis genutzt.
In dieser Zeit wurden die Gitterfenster in den Zellentüren eingebaut.
Der Bunker zeigt sich im Grundriss seiner Errichtung. Zellentüren, Fenster und Gitter sind kaum verändert. Bei der Restaurierung 1999 wurden im Flur und in einzelnen Zellen die Wandanstriche aus der Nachkriegszeit abgenommen. In der Zeit des US-Militärgefängnisses angebrachte Hinweise und Symbole wurden überdeckt.


Einführung

1. Station: Exekutionen

2. Station: Bock

3. Station: Pfahlhängen

4. Station: SS im Bunker

5. Station: Die Zellen

6. Station: Stehzellen

7. Station: Sonderhäftlinge

8. Station: SS-Straflager

9. Station: Schüler erforschen den Bunker

10. Station: Verschiedene Zellen

 

Einführung

Schülerinformation

Ort: Vor dem Bunker bei der großen Informationstafel (Richtung Exekutionsmauer)

14 Bunker
Mit dem Bau des neuen Lagers [1938] ließ die SS von den Häftlingen ein neues Arrestgebäude errichten. Dieses Lagergefängnis wurde Bunker genannt.
Der Bunker war innerhalb des Konzentrationslagers ein zentraler Ort des Terrors.
In seinen Zellen wurden Häftlinge zur Strafe wochen- oder monatelang eingesperrt, oftmals im Dunkeln und mit einer Ernährung, die noch geringer war als im übrigen Lager.
Im Bunker misshandelte und folterte die SS Gefangene.
Ab 1944 wurden als zusätzliches Instrument der Folter Stehzellen eingebaut.
Eine unbekannte Zahl von Häftlingen wurde im Bunker ermordet oder in den Selbstmord getrieben.
Ab 1941 brachte die Gestapo im Bunker auch prominente Sonderhäftlinge als Geiseln des Regimes unter.
Ebenfalls 1941 wurde im linken Gebäudeflügel ein Straflager für Polizei- und SS-Angehörige eingerich-tet.
Nach der Befreiung nutzte die amerikanische Militärregierung das Gebäude zur Internierung von NS-Tätern.
Nach Abschluss der Militärgerichtsprozesse war das Gebäude Militärgefängnis für Angehörige der US-Armee.

Je nach Schülergruppe und Ort genügt auch die folgende Information:

3003 (Wachraum)
Der Bunker war innerhalb des Konzentrationslagers ein zentraler Ort des Terrors. Im Hof des Bunkers exekutierte die SS Gefangene und führte die Prügelstrafe und das "Pfahlhängen" durch.

 

1. Station: Exekutionen

Schülerinformation
Schon in den beiden "alten" Bunkerbauten wurde der Bunkerhof zur Hinrichtung von Gefangenen benutzt, so z.B. bei der Niederschlagung des angeblichen "Röhmputsches" 1934.

 

Hintergrundinformation
"Im KZ Dachau bzw. in dessen Nähe fanden im Rahmen der "Röhm-Aktion" insgesamt achtzehn Exekutionen statt. Unter großen Sicherheitsvorkehrungen waren die verhafteten Todeskandidaten zwischen 30. Juni und 2. Juli in das Konzentrationslager gebracht worden. Noch am 30. Juni erschoss die SS Gustav Ritter von Kahr kurz nach dessen Einlieferung im Innenhof des Bunkers. Hitler ließ späte Rache an dem ehemaligen Generalstaatskommissar für Bayern üben, weil von Kahr den "Hitler-Putsch" vom 9. November 1923 trotz anfänglicher Zustimmung hatte niederschlagen lassen. Neben acht SA-Führern ermordete die Dachauer SS bis zum 2. Juli 1934 auch vier Zivilisten, unter ihnen den früheren Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten, Fritz Gerlich, der die NS-Bewegung in seiner Wochenzeitschrift "Der gerade Weg" bekämpft hatte.
Erstmals diente das KZ Dachau und hier vor allem der Bunkerhof der obersten NS-Führung als Mordstätte."

Dirk A. Riedel: Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 19

"Der dritte Bunker, ein flacher Zellenbau, der noch heute besichtigt werden kann, ist nur knapp zehn Meter breit, erstreckt sich aber über die ganze Länge des Wirtschafsgebäudes (196 Meter). Beide Bauten verlaufen parallel zueinander und bilden einen gemeinsamen Hof. Ursprünglich schirmte eine Mauer den Arrestbereich im Westen vom restlichen Häftlingslager ab, so dass das Gelände nur an einem Wachhäuschen vorbei betreten werden konnte.

Dirk A. Riedel: Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 22

Auch im Hof des 1938 vollendeten neuen Bunker fanden immer wieder Exekutionen statt.
"Eine ... Mauer zwischen Zellenbau und Wirtschaftsgebäude teilte ungefähr auf halber Höhe des Bunkerhofs einen hinteren kleineren Platz ab. In diesem zweiten Hof hatte die SS eine Erschießungswand mit einem Kugelfang und einem Hinrichtungspfahl anbringen lassen."

Dirk A. Riedel: Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 22

 

Hintergrundinformation
"Mit dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 nahmen die Morde in den Konzentrationslagern eine neue, schreckliche Dimension an. Schon im Juli befahl der Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Reinhard Heydrich, Gestapo-Kommissionen in die Kriegsgefangenenlager zu schicken, um diejenigen Häftlinge "auszusondern", die in den nächstgelegenen KZ ermordet werden sollten. Neben Politkommissaren der Roten Armee und anderen politisch aktiven Soldaten sahen Heydrichs Einsatzbefehle Nr. 8 und Nr. 9 auch die "Aussonderung" von führenden Persönlichkeiten aus staatlichen Behörden und dem Wirtschaftsleben, der "sowjetrussischen Intelligenzler", aller Juden und der "Aufwiegler oder fanatischen Kommunisten" vor.
Im August 1941 notierte der tschechische Häftling Karel Kasák in seinem heimlich geführten Tagebuch, dass mehrere Personen mit Autos in den Bunkerhof gebracht worden seien. Die SS hatte den Gefangenen befohlen, ihre Arbeitsplätze in der südlichen Hälfte des Lagers, also in der Nähe des Arrests zu räumen. Mit Schießübungen der Wachtruppe sollten die Gewehrsalven im Bunkerhof übertönt werden. Doch am Abend, als Kâsák mit anderen Gefangenen von einem Außenkommando ins Lager einrückte, überraschten die Häftlinge das Exekutionsdefilee der SS, das gerade aus dem "Arresthof" kam und nicht mit dem Erscheinen der Gefangenen gerechnet hatte.
Weitere Erschießungen fanden seit September 1941 außerhalb des Konzentrationslagers statt. Offenbar nahm die SS im Bunkerhof wegen der "schlechten Tarnungsmöglichkeit" nur noch in Ausnahmefällen Hinrichtungen vor. Von Herbst 1941 bis 1942 ermordeten Exekutionskommandos der SS über 4.000 sowjetische Kriegsgefangene auf dem Schießplatz Hebertshausen bei Dachau."

Dirk A. Riedel: Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 26f.

 

2. Station: Bock

Ort: Vor dem Bunker

Vom "Bock" gibt es leider weder ein Foto noch eine Zeichnung im Bunker. Sie können bei dieser Station auf den im Museum ausgestellten Prügelbock hinweisen. Im Leseraum befindet sich in einer der Kladden ein Rückenfoto eines zu Tode geprügelten Häftlings.

Schülerinformation

Der "Bock" war eine der am meisten gefürchteten Lagerstrafen. Die nach dem dazu verwendeten Prügelbock benannte Folter wurde über Jahre hinweg im Bunkerhof vollstreckt.

Julius Schätzle beschreibt das aus oft nichtigen Anlässen verhängte "Über-den-Bock-gehen" folgendermaßen:

Mit der Ernennung von Hauptsturmführer Zill zum Lagerführer begann wieder eine harte Zeit. (...) Die von der Reichsführung der SS verordneten 25 Stockhiebe wurden von Zill durch Einführung von Doppelhieben erhöht [1940].
Rechts und links des Delinquenten stellte sich je ein SS-Mann. Mit sadistischer Wollust wurden schon die Vorbereitungen in Ruhe genossen. Der Waffenrock wurde abgelegt, die Hemdsärmel hochgestülpt, die im Wasserbad eingeweichten Ochsenziemer fachmännisch auf ihre Tauglichkeit geprüft. Die Zwischenzeiten waren ausgefüllt mit Witzen über die zu erwartenden Schmerzensschreie. Dann folgten lange Verlesungen der Urteile. Diese endlose Wartezeit war für die Häftlinge eine besondere Nervenqual.
Endlich mußte der erste vortreten. Das Hemd des Delinquenten wurde hochgezogen, die Unterhosen nach unten gestopft, so daß nur die dünne Leinenhose übrigblieb. Dann wurde er über einen Bock gezogen und festgeschnallt. Zum Überfluß setzte sich ihm noch ein SS-Mann ins Genick.
Bei der eigentlichen Prügelei legte der "Herr" SS-Hauptsturmführer Zill großen Wert darauf, daß die SS-Männer ihre ganze Kraft einsetzten. Aber es durfte nicht schnell gehen. Gemütlich seine Zigarette rauchend, wiederholte er immer wieder: "Langsam, langsam, er soll zu seinem vollen Genuß kommen!"
Der arme, sich vor Schmerzen windende Tropf auf dem Bock war zu all dieser Pein noch verpflichtet, die Streiche laut und deutlich zu zählen. Wehe ihm, wenn ihn jetzt seine Nerven verließen und ihm ein Fehler unterlief. Sogleich ertönte der lakonische Ruf von Zill: "Falsch, von vorn beginnen!" Wurde er vor lauter Schmerzen bewußtlos, so wurde ein Kübel Wasser über ihn gegossen und gewartet, bis das Bewußtsein wiederkehrte, dann wurde die Prozedur fortgesetzt. Den zu ertragenden Schmerz kann ich nicht beschreiben. Es gibt hierzu keine Vergleiche.

Julius Schätzle, Wir klagen an. Ein Bericht über den Kampf, das Leiden und Sterben in deutschen Konzentrationslagern, Kulturaufbau-Verlag, Stuttgart 1946, S. 16

Die Folgen waren nicht selten fürchterlich und machten oft eine Behandlung im Revier nötig.
"Wir zitieren eines dieser Krankenblätter: 'Auf der linken Gesäßhälfte starke schwarz-blau verschwollene eitrige Striemen. Die rechte Gesäßhälfte weist faustgroße Löcher auf, so daß eine Fleischpolsterung erfolgen muß. Außerdem ist die rechte Niere verletzt, so daß eine Entfernung nötig werden wird. Urin blutig.'"

Zitiert nach: Nico Rost, Konzentrationslager Dachau, Herausgegeben vom Comité International de Dachau

Anlässe für die Verhängung dieser Folter finden sich in der Disziplinar- u. Strafordnung für das Gefangenenlager vom 1.10.1933 (Auszüge)

§ 6
mit 8 Tagen strengem Arrest und mit je 25 Stockhieben zu Beginn und am Ende der Strafe wird bestraft:
1.) wer einem SS-Angehörigen gegenüber abfällige oder spöttische Bemerkungen macht, die vorgeschriebene Ehrenbezeugung absichtlich unterläßt, oder durch sein sonstiges Verhalten zu erkennen gibt, daß er sich dem Zwange der Zucht und Ordnung nicht fügen will. (...)
§ 8.
Mit 14 Tagen strengem Arrest und mit 25 Stockhieben zu Beginn und am Ende der Strafe werden bestraft:
1.) Wer das Gefangenenlager ohne Begleitperson verläßt, oder betritt, wer unbefugt sich einer ausmarschierenden Arbeitskolonne anschließt,
2.) wer in Briefen oder sonstigen Mitteilungen abfällige Bemerkungen über nationalsozialistische Führer, über Staat und Regierung, Behörden und Einrichtungen zum Ausdruck bringt, marxistische oder liberalistische Führer oder Novemberparteien verherrlicht, Vorgänge im Konzentrationslager mitteilt,
3.) wer verbotene Gegenstände, Werkzeuge, Hieb- oder Stoßwaffen in seiner Unterkunft oder in Strohsäcken aufbewahrt.

Im Anschluss an die Auspeitschung wurde der Häftling in der Regel für einige Tage - manchmal bis zu 42 Tage - in den Bunker geworfen.

3019 (Untersuchungsraum)
Josef Ulc (1900-1978)
Der tschechische Musiker aus Kolin wurde 1939 als politischer Gegner verhaftet. Im Herbst 1940 kam er aus dem KZ Sachsenhausen in das KZ Dachau.
Wegen angeblicher Fluchtabsichten wurde er mit 50 Stockhieben und 14 Tagen Dunkelhaft im Bunker bestraft.

 

Verweis auf die Aussage von Josef Ulc in der Tonstation (Gefangene berichten über ihre Haft im Bunker)

"Ich wurde nun in eine dunkle Zelle eingesperrt, in der ich 14 Tage zubringen mußte. Es war schrecklich, ganz alleine in vollständiger Dunkelheit zu sein.
Drei Tage musste ich hungern, erst am vierten Tage bekam ich etwas zu essen. Ich hatte jedes Zeitempfinden verloren, manchmal wusste ich nicht, ob es Tag oder Nacht war, es war fast zum Verrücktwerden. Meine Unterhaltung war, dass ich mir mein eigenes Leben erzählte, sonst sang ich leise alle möglichen Opern- oder Operettenmelodien, dann Schlager, und erfand selber neue Melodien. Und ständig sprach ich etwas, zählte meine Schritte (Sitzen war nicht gestattet) von 10 bis 50.000. Oft fasste ich mich an die Stirn und fragte mich, ob ich noch klar von Verstand wäre."
Josef Ulc, 1941

aus : Josef Ulc, Dachauer Lagermusik, Prag 1946

Verweis auf die Information über Giuseppe Pini in der PC-Station und im Leseraum

Giuseppe Pini (*1924)
Pini wurde 1924 in Grosio (Provinz Sondrio) in Italien geboren. Bei der Erklärung des italienischen Waffenstillstandes am 8. September 1944 befand er sich als Soldat "reduci" in einer Kaserne in Alessandria (Piemont). Am nächsten Tag wurden alle Soldaten von deutschen Truppen in Kriegsgefangenschaft genommen und zu Fuß nach Mantua in ein Lager getrieben. Dort traf Pini Kameraden aus seiner Heimat wieder. Von Mantua wurden die Soldaten in Viehwagen abtransportiert und gelangten nach ca. zehn Tagen in das Kriegsgefangenenlager Moosburg.
Von dort wurden die Gefangenen in Gruppen zur Arbeit in Rüstungsbetrieben und in der Landwirtschaft eingeteilt. Pini musste bei BMW in München arbeiten, wo er zusammen mit anderen Italienern in einem von Wehrmachtssoldaten beaufsichtigten Barackenlager untergebracht wurde. Pini war dabei, als zwei deutsche und ein russischer Arbeiter Ausweise im Schutt fanden und dabei von einem SS-Wachsoldaten ertappt wurden. Alle wurden am 29. September 1944 in das KZ Dachau gebracht.
Giuseppe Pini durchlief die Einlieferungsprozedur und erhielt wie alle italienischen und russischen Gefangenen nach dem Schneiden des Kopfhaares als Kennzeichen einen Streifen von 5 cm herausrasiert, die "Autobahn". Er bekam Häftlingskleidung, einen roten Winkel mit dem "I" für Italiener und die Nummer 112.429.
Als Pini in den Küchenabfällen nach Essbarem suchte, wurde er von der SS mit zweimal 25 Schlägen und Bunkerhaft bestraft. Ein weiteres Mal kam er in den Bunker kurze Zeit vor der Befreiung, weil er ein Brot, das vom Brotwagen gefallen war, an sich nahm. Am 25. April 1945 wurde Giuseppe Pini aus dem Bunker entlassen. Bei der Befreiung war er mit 35-40 kg auf die Hälfte seines früheren Körpergewichts abgemagert.
Im Mai 1945 kehrte Pini in seine Heimat zurück. Seine Familie hatte über ein Jahr nichts mehr von ihm gehört.

Eventuell Verweis auf Wagner (als Beispiel für Zivilcourage und Widerstand im KZ) in der PC-Station und im Leseraum

Karl Wagner (1909-1983)
Karl Wagner war in Stuttgart-Feuerbach als Sohn eines Hilfsarbeiters aufgewachsen. Wagner, gelernter Kunststeinarbeiter, wurde Anfang 1931 arbeitslos. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei.
Am 25. März 1933 verhaftete ihn die Politische Polizei als kommunistischer Funktionär. Nach drei Monaten Haft im württembergischen KZ Heuberg wurde er im Juni 1933 entlassen.
Nun übernahm er die Leitung der illegalen kommunistischen Organisation im Stadtteil Feuerbach, bis er im Oktober 1933 erneut festgenommen wurde. Bei einer der Vernehmungen konnte aber fliehen und in die Schweiz flüchten. Von dort aus unterstützte er die illegale kommunistische Arbeit im Reich und kehrte auch im Januar 1934 für kurze Zeit nach Stuttgart zurück. Im März 1935 wurde er erneut nach Stuttgart gesandt, um die Nachfolge des verhafteten Leiters der Roten Hilfe zu übernehmen. Durch einen Zufall wurde er einem Beamten der Politischen Polizei erkannt und festgenommen. Nach neun Monaten Untersuchungshaft verurteilte ihn ein Gericht zu eineinhalb Jahren Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Nach der Strafverbüßung im Gefängnis in Ulm brachte ihn die Gestapo im März 1936 in das KZ Börgermoor. Im Herbst 1 936 kam von dort über das KZ Welzheim am 19. Dezember 1936 in das KZ Dachau.
Als zweitmaliger KZ-Häftling wurde er sofort der Prügelstrafe unterzogen und in die Strafkompanie verlegt. Die Strafkompanie war es, die beim Bau des Bunkers 1937 eingesetzt wurde.
Bei der vorübergehenden Auflösung des KZ Dachau im September 1939 wurde Wagner mit der gesamten Strafkompanie in das KZ Mauthausen überstellt, das sie bei ihrer Rückkehr im Februar 1940 als "Mordhausen" bezeichneten. Fast die Hälfte der Gefangenen der Strafkompanie war in den wenigen Monaten dort umgekommen. Nach seiner Rückkehr wurde Wagner zweiter Kapo in einem Baukommando, wo er versuchte sein Kommando vor dem Terror der SS zu schützen. Wegen einer unterlassenen Meldung eines jüdischen Mithäftlings wurde er 1941 mit 25 Schlägen und drei Tage Bunker bestraft. Dennoch wurde er kurz darauf zum Lagercapo ernannt, der für alle Innenkommandos zuständig war. In dieser Zeit begannen sich auch illegale Kommunikationsstrukturen herauszubilden und Ansätze einer illegalen Organisation. Einem vor allem Kommunisten angehörenden Kreis gehörte auch Karl Wagner an. Im Februar 1942 wurde Wagner als Capo beim Bau der "Baracke X", des neuen Krematoriums eingesetzt, dann ab September 1942 als Capo des Außenlagers in Neustift bei Innsbruck. Im April 1943 wurde er als Lagerältester in das Außenlager München-Allach geschickt, wo unter dem SS-Kommandanten Jarolin schreckliche Verhältnisse herrschten.
Als Jarolin ihn im Juli 1943 anwies, die Prügelstrafe an einem Mithäftling auszuführen, verweigerte Wagner den Befehl. Diese Weigerung hätten seinen sofortigen Tod bedeuten können. Wagner wurde nach Dachau gebracht und zu sechs Wochen Dunkelhaft im Bunker, anschließend 25 Stockhiebe, verurteilt.
nach fünf Tagen in den in Dachau.(sic!) Danach wurde er in Dachau wieder als Baucapo eingesetzt. Im März 1944 wurde der Führungskreis der illegalen Organisation, der Wagner angehörte verhaftet und in den Bunker gebracht. Trotz schwerer Mißhandlungen und Folterungen, auch der Haft im Stehbunker, blieben die Gefangenen standhaft. Nach sechs Wochen wurden die Gefangenen in die Strafkompanie überstellt und in ihrem Block isoliert. Im Juni/Juli 1 944 wurden die langjährigen politischen Gefangenen aus Dachau in andere Konzentrationslager überstellt. Wagner kam am 18. Juli 1944 in das KZ Buchenwald. Dort konnte er mit den anderen Dachauer Häftlingen dank der Hilfe der illegalen Buchenwalder Organisation die Identität wechseln und so überleben.


3. Station: Pfahlhängen

Ort: Vor dem Bunker bei Tafel 14 (kurz nach dem Haupteingang) oder im ehemaligen Wachraum (Raum 02)

Schülerinformation

3006 (Wachraum)
"Pfahlhängen"
Mit dieser qualvollen Tortur bestrafte die SS Häftlinge oder versuchte Geständnisse zu erpressen.



(Zeichnung von Georg Tauber, 1945)

Das "Baumhängen", auch "Pfahlhängen" genannt, weil man in Dachau Pfähle bzw. Balken verwendete, war bis 1943 (dann wurde es abgeschafft, weil es die Opfer arbeitsunfähig machte) eine der am häufigsten verhängten Lagerstrafen.
Zunächst wurde es an im vorderen Bunkerhof aufgestellten Pfählen durchgeführt.
Ab 1941 wurde der im Wirtschaftsgebäude befindliche Baderaum, wo man bis zu 49 Häftlinge an den zu diesem Zweck angebrachten Balken aufhängen konnte, für den Vollzug dieser Folter benutzt.

Julius Schätzle beschreibt das "Baumhängen" folgendermaßen:

"Bei diesem Hängen, kurz "Baum" genannt, wurden dem Verurteilten mit einer eisernen Kette die Hände nach hinten zusammengeschlossen. Dann mußte er einen drei Stufen hohen Tritt erklettern. Der Henker nahm das andere Kettenende, klinkte es in einem an einem Balken angebrachten Haken ein und zog den Tritt dem Daraufstehenden mit einem Ruck unter den Füßen weg. Dieser schwebte nun mit nach hinten gerissenen Armen ungefähr 20 Zentimeter über dem Boden.
Im allgemeinen dauerte diese Prozedur eine Stunde. Das Hängen war aber auch eine sehr beliebte Methode zur Erpressung von Aussagen. In einem solchen Falle hing schon mancher über zwei Stunden. Mancher bis zu seinem Tode. In der Regel trat der Tod zwischen der zweiten und vierten Stunde ein.
Fürchterliche Schmerzen in den Schultern und Handgelenke waren die Folgen dieser Behandlung. Nur mühsam konnte die Lunge mit dem nötigen Sauerstoff versorgt werden. Das Herz arbeitete in einem rasenden Tempo. Aus allen Poren drang der Schweiß. Aber auch nach der Stunde dieses Fegefeuers zeigten sich noch üble Folgen. Der Häftling war nicht mehr in der Lage, seine Hände und Arme zu benützen, alles war gelähmt. Oft war eine wochenlange Behandlung im Revier notwendig, um diese Folgen zu beseitigen."

Julius Schätzle, Wir klagen an. Ein Bericht über den Kampf, das Leiden und Sterben in deutschen Konzentrationslagern, Kulturaufbau-Verlag, Stuttgart 1946

Hans Carls äußert sich über das Verhalten der SS bei diesen Folterungen:

"Die SS war in der Regel zu mehreren zugegen. Sie rauchten ihre Zigaretten und spielten Karten. Wurde das Geschrei zu laut, drohten sie mit ihren Peitschen, schlugen sogar öfter die armen Gequälten, oder, was noch gemeiner war, bewegten sie hin- und her, um den Schmerz noch zu erhöhen."

Hans Carls, Dachau. Erinnerungen eines katholischen Geistlichen aus der Zeit seiner Gefangenschaft 1941-1945, Verlag J. P. Bachem, Köln 1946

Die SS schreckte auch nicht davor zurück, Häftlinge im Bunker umzubringen. Diese Morde wurden nicht selten als Selbstmorde ausgegeben.

3004 (Wachraum)
Skizze der Zelle 4 des ersten Bunkers mit dem ermordeten jüdischen Häftling Louis Schloss
Die SS stellte seine Ermordung als Selbstmord dar.
(Skizze des Landgerichtsarztes Dr. Flamm vom 18.5.1933, Staatsarchiv München)


4. SS im Bunker

3007 (Wachraum)
SS im Bunker
Manche SS-Angehörige sind den Gefangenen durch ihre Grausamkeit und Mordlust besonders in Erinnerung geblieben. Hierzu gehörten neben anderen Johann Kantschuster (Aufseher im Bunker 1933-1939) und Josef Seuß (Aufseher im Bunker 1938-1942).
Für die Zeit ab 1943 wird seltener über Morde im Bunker berichtet. Über Edgar Stiller, den letzten Verantwortlichen für den Bunker, sind keine Anschuldigungen ehemaliger Häftlinge über persönliche Grausamkeiten bekannt geworden.
Beamte der Politischen Abteilung (Gestapo) wie Johann Kick führten im Bunker Vernehmungen durch. Sie misshandelten und folterten Gefangene um Geständnisse zu erpressen.

3008
Johann Kantschuster (1897 - ? )
SS-Obersturmführer
Johann Kantschuster gehörte von 1933 bis 1939 dem Kommandanturstab des KZ Dachau an Der wegen seiner Brutalität gefürchtete Aufseher ermordete mehrere Häftlinge Er ist seit 1945 verschollen.
Passfoto der NSDAP-Akte, 1942 Bundesarchiv Berlin

Weitere Informationen über Kantschuster finden Sie in der Wikipedia

3009
Josef Seuß (1906-1946)
SS-Scharführer
Josef Seuß gehörte seit April 1933 der Wachtruppe bzw. dem Kommandanturstab des KZ Dachau an. Von 1938 bis 1942 leistete er Jourdienst im Bunker. 1946 wurde er im ersten Dachau-Prozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Passfoto der SS-Akte, 1943 Bundesarchiv Berlin

Weitere Informationen über Seuß finden Sie in der Wikipedia

 

 

Verweis auf die Aussage von Erwin Gostner in der Tonstation:
"Ich komme in den Bunker! Nur ein Dachauer weiss, was das bedeutet.
Ein SS-Scharführer, der wegen seiner Grausamkeit berüchtigte Blockführer Seuss, und sein Helfershelfer Bernhardt, ein Hamburger Raubmörder und Berufsverbrecher, nehmen uns in Empfang. Letzterer steht auf dem Gang, als ich in meine Zelle geführt werde. Auch er trägt die Häftlingsuniform, aber ohne Nummer. Er genießt wegen seiner Brutalität bei den SS-Leuten ei-ne Sonderstellung. Sie können ihn gut brauchen, denn er nimmt ihnen die schmutzigste Arbeit ab. Von diesem Menschen spricht das ganze Lager. Er gleicht seinen beiden Bluthunden, die ihn stets begleiten. Als ich an ihnen vorbeigehe, schnuppern sie an meinen Stiefeln."
Erwin Gostner, Juni 1938
aus: Erwin Gostner, 1000 Tage Im ZK. Innsbruck 1945, S.30

Verweis auf die Aussage von Werner Thalheim in der Tonstation:
"Der Bunkerchef ist ein Scharführer (...) voller Sadismus und ständig neuen Überraschungen. Plötzliche Appelle, vor allem nachts, wo er alle Häftlinge nackend über den Bunkerhof jagt und dann die Hunde losbindet, so dass du völlig erschöpft wieder in deiner Zelle landest.
Kommt dein Peiniger aber gerade von einem Saufgelage der SS, dann ist für Stunden die Hölle los und ein jeder sitzt ängstlich in der Ecke seiner Zelle, wartend, bis endlich der Schlaf den Henkersknecht übermannt.
Was mich besonders nervt, ist das Gestöhne aus den Nebenzellen. Es sind die mit Bock oder Baum bestraften Kameraden, die dann noch 3 - 10 Tage Bunker verbüßen müssen."

aus: Werner Thalheim, Dachau, wie ich es erlebte und überlebte. Manuskript KZGDa. S. 36f

3011
Johann Kick (1901-1946)
Kriminalsekretär (Gestapo)
Johann Kick war von 1937 bis 1945 Leiter der Politischen Abteilung (Gestapo) des KZ Dachau. Er misshandelte Gefangene und beteiligte sich an Exekutionen.
Im ersten Dachau-Prozess wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Passfoto der SS-Akte, 1941
Bundesarchiv Berlin


Weitere Informationen über Johann Kick finden Sie in der Wikipedia


5. Station: Die Zellen

Ort: Wenn möglich im Zellengang

Schülerinformation

3013
Häftlinge im Bunker (Vernehmungsraum)
Zwischen April 1933 und der Befreiung 1945 waren mehrere tausend Menschen
in den drei Bunkern (1933; 1934-1938, 1938-1945) des KZ Dachau über längere Zeit inhaftiert. Nur in wenigen Fällen wissen wir Genaueres über ihr Schicksal.
KZ-Häftlinge aus dem Lager verbüßten hier Lagerstrafen, eine unbekannte Zahl wurde ermordet.
Die Gestapo isolierte politische Gefangene im Bunker über Monate oder Jahre.

"(...) alle Zellen hatten die gleiche Größe (2,20 breit, 2,90 tief und 3,10 Meter hoch), sie waren nummeriert, ihr Boden bestand aus Parkett. An den Türen war jeweils eine verschließbare Essensklappe und ein Spion aus Glas angebracht, der mit einer Blende von außen abgedeckt werden konnte. Jeder Gefangenenraum verfügte über einen Heizkörper, ein Waschbecken und eine Spültoilette. Heizung wie Wasserzufuhr konnten vom Gang aus reguliert werden. Entsprechende Kräne befanden sich in Wandkästen neben den Zellentüren. Auch das elektrische Licht in den Gefangenenräumen musste im Flur an- und ausgeschaltet werden. In allen Zellen gab es kleine Lüftungskanäle und ein schmales, vergittertes Oberlicht, das gekippt werden konnten. Doch Rollläden ermöglichten es der SS, einzelne Räume von außen völlig zu verdunkeln. In den meisten Verliesen war eine Pritsche angebracht, die an die Wand hochgeklappt werden konnte."

Dirk A. Riedel, Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 23

Der österreichische Schutzhäftling Erwin Gostner, der vom 9. Juni bis zum 28. Oktober 1938 in dem gerade errichteten "Bunker" eingesperrt war, beschreibt seine Zelle folgendermaßen:

"Meine neue Zelle ist groß und sauber. Sie enthält ein einfaches Bettgestell, eine Wasserleitung mit Waschbecken, ein Spülklosett und Zentralheizung. Die Wände sind blendend weiß, der Boden aus Parkett, (..)
Die äußerlich korrekte Aufmachung unseres Gefängnisses beeindruckt mich jedoch nicht mehr. Ich weiß, daß es sich hierbei nur um ein "Potemkinsches Dorf" handelt, um ein Täuschungsmanöver, das den dann und wann zur Besichtigung kommenden ausländischen Pressevertretern Sand in die Augen streuen soll, wenn das Ausland wegen der grausamen Behandlung der Häftlinge in den deutschen Konzentrationslagern Alarm schlägt."

Erwin Gostner, 1000 Tage im KZ, Innsbruck 1947

 

Verweis auf die Zitate von Buzengeiger und Gostner in den Zellen 9, 25 und 19
(siehe Station 10)

Verweis auf die Informationen über Walter Buzengeiger in der PC-Station, im Leseraum und in den Zellen 9 und 25

Walter Buzengeiger (1910-1997)
Walter Buzengeiger wurde am 27. Januar 1910 in Heidelberg geboren. Nach dem Abitur im Frühjahr 1928 nahm er in Köln und München das Studium der Volkswirtschaft auf, das er am 31. Juli 1931 mit dem Diplom für Volkswirte abschloss. In Köln fand Walter Buzengeiger Anschluss an eine sozialistische Studentengruppe. In München beteiligte er sich an den Aktivitäten einer linken Gruppierung und trat der KPD bei. Auf das Studium folgte eine Zeit der Arbeitslosigkeit und politischen Engagements, bei dem Walter Buzengeiger Senta Leutner kennenlernte. Sie heirateten am 29. März 1932. Ab Sommer 1932 arbeitete Walter Buzengeiger als Vertriebsleiter der "Arbeiter-lllustrierten-Zeitung" für Nordbayern und zog nach Stein bei Nürnberg um. Auf Grund einer Denunziation wurde Buzengeiger am 1. Februar 1933 in Nürnberg verhaftet. Er wurde in einem Verfahren vom Vorwurf der illegalen Betätigung vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht freigesprochen. Seine Ehefrau kam für drei Jahre in Schutzhaft.
Walter Buzengeiger wurde trotz des Freispruchs nicht entlassen, sondern von der Bayerischen Politischen Polizei in Schutzhaft genommen und in das KZ Dachau eingewiesen.
Er gehörte dort zum Kreis um Willi Franz und Dr. Delwin Katz. Wie diese wurde er verdächtigt, Außenkontakte zu unterhalten, und deshalb in den Bunker gebracht. Von Februar bis Oktober 1934 war er im Bunker in Dunkelhaft und wurde mehrmals misshandelt.

Obwohl sich seine Mutter seit seiner Inhaftierung in Briefen an den NSDAP-Gauleiter Wagner, an Reichsstatthalter Epp und an den Reichsführer-SS Himmler für die Freilassung ihres Sohnes einsetzte, wurde Walter Buzengeiger lange nicht entlassen. Eine Rolle spielte dabei auch, dass er sich weigerte sich von seiner ebenfalls inhaftierten Ehefrau scheiden zu lassen.
Erst am 8. Oktober 1936 kam Buzengeiger frei. Er wohnte zunächst bei seiner Mutter in Grötzingen, dann in Durlach, wo ihm die NSDAP-Kreisleitung nach einer Periode der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung bei der Nähmaschinenfabrik Gritzner-Kayser vermittelte. Weihnachten 1936 zog Senta Buzengeiger, die fast drei Jahre Haft im Frauengefängnis in Aichach bei Augsburg verbüßt hatte, zu ihrem Mann. Am 28. Januar 1938 wurde ihre Tochter Toni geboren.
Im Mai 1939 wurde Buzengeiger zum Wehrdienst eingezogen. Er leistete Kriegsdienst als Soldat, zuletzt in einer Sanitätsabteilung.
Im Herbst 1945 wurde Walter Buzengeiger Leiter des Liegenschaftsamts der Stadt Ulm. Später holte er seine Promotion nach. 1950 verließ er die kommunistische Partei und schrieb als freier Mitarbeiter für die "Schwäbische Donau Zeitung". Walter Buzengeiger starb am 10. August 1997.

In Einzelfällen wurden auch Frauen aus Außenlagern im Bunker inhaftiert.

 

Verweis auf Maria Vaders

Maria Johanna Vaders, geboren 1922 in Den Haag/'Niederlande.
Die kaum 18jährige Beamtin des Arbeitsamtes Den Haag unterstützte verschiedene Widerstandsbewegungen. Unter dem Decknamen »A.C. contact V.G.« (Beambten contact Freie Gruppe Den Haag) arbeitete die Widerstandsgruppe, der Maria Vaders angehörte: es wurden Ausweise und Kennkarten gefälscht und Kurierdienste ausgeführt.
1944 wird die Gruppe nach dreijähriger Widerstandsarbeit von einem Provokateur verraten. Maria Vaders wird am 20. 6.1944 in das Gefängnis Oranjehotel Scheveningen gebracht, danach in das Konzentrationslager Herzogenbusch, einer Abteilung des S.D. Lagers Vught, deportiert. Am 6. 9. 1944 werden die Häftlinge des Konzentrationslagers Vught im Viehwaggon in das Konzentrationslager Oranienburg, die Frauen in das KZ Ravensbrück verlegt. Die Gruppe von zweihundert holländischen Frauen, der Marie Vaders angehörte, wurde am 13. Oktober 1944 in das Außenkommando Agfa-Kamerawerk des Konzentrationslagers Dachau gebracht. Marie Vaders bekam die Häftlingsnr. 123145. Sie erlebte hier die Befreiung, um dann in die Niederlande zurückzukehren. Heute berichtet sie vom Widerstand gegen die Unmenschlichkeit des Nazisystems, mit dem sich die holländischen Frauen in diesem Außenkommando gegen zu lange Arbeitszeit, Strafappelle und zu schlechte Ernährung zu wehren versuchten. Da man Marie Vaders für verantwortlich für diese Streikaktionen hielt, wurde sie für sieben Wochen im Bunker eingeschlossen. Zwischendurch erkrankte sie und kam für zwei Wochen in die Desinfektionsbaracke, um danach wieder in den Bunker zurückgebracht zu werden. Später erfuhr sie, daß sie als »NN« (Nacht-und-Nebel-)Gefangene hätte nach Bergen-Belsen gebracht werden sollen, doch dazu kam es nicht mehr. Maria Vaders war eine der wenigen weiblichen Deportierten des Konzentrationslagers Dachau. Über ihr Gedicht »Bunker Dachau« berichtet sie heute: »Im Bunker habe ich nicht geschrieben, das war zu gefährlich. Ich hatte einen Bleistift in meinen Haaren versteckt und konnte irgendwann eine kurze Notiz auf Toilettenpapier stenografieren. Später habe ich dann alle meine Gedanken aufgeschrieben . . .« 1993 veröffentlichte Marie Vaders ein Lyrikbändchen mit Gedichten über ihre Lagererfahrung, in dem auch dieses Gedicht [siehe Führungshilfe Bunker] enthalten ist.

Mein Schatten in Dachau, Zusammengestellt und kommentiert von Dorothea Heiser, Hrsg. vom Comité International de Dachau, München 1993

 

"Die zunehmende Überfüllung des KZ Dachau und die steigende Nutzung des Zellenbaus als Geiselgefängnis [Sonderhäftlinge] wirkte sich auch auf die Haftbedingungen der übrigen Bunker-Insassen aus. So sperrte die SS Gefangene, die zu einer Arreststrafe bestraft worden waren, oder als "Untersuchungshäftlinge" isoliert wurden, nun oft mit sieben bis acht Personen in eine einzige Zelle. Auf engstem Raum wurden dreistöckige Etagenbetten aufgestellt."

Dirk A. Riedel: Die Bunkerbauten im KZ Dachau, Augsburg 2001, S. 34

 

6. Station: Stehzellen

Ort: Zellen 63, 64, 65

Schülerinformation

3044
Stehzellen
1944 ließ die Lagerleitung in drei Zellen jeweils vier Stehzellen einbauen. Sie hatten eine Grundfläche von ca. 70x70 cm, so dass sich die Häftlinge weder hinsetzen noch hinlegen konnten. Die ununterbrochene Haft in diesen Stehzellen konnte bis zu 72 Stunden dauern. Luft- und Lichtmangel verschärften die Folter in diesen Verließen.
Nach der Befreiung des Lagers 1945 ließ die amerikanische Militärverwaltung die Einbauten beseitigen.

Radovan Drazan (*1923)
Drazan, gebürtig aus Dobruska/Tschechoslowakei, wurde [im Alter von 18 Jahren] verhaftet (..) und in das KZ Dachau gebracht. Wegen eines heimlich geschriebenen Briefes an seine Mutter, der von der SS entdeckt wurde, kam Drazan am 20. Dezember 1944 in den Stehbunker. [Dort blieb er bis zum 30. Dezember unter Qualen inhaftiert.] Mehr

Häftlingsbiografien PC-Station

3021
Jurij Piskunov (* 1926)
Der [17jährige] sowjetische Häftling kam im November 1943 vom KZ Mauthausen nach Dachau.
Im Oktober 1944 musste er zehn Tage in einer Stehzelle im Bunker verbringen, weil er eine beim Trümmerräumen gefundene Zeitung in das Lager mitgenommen hatte.
(Porträt, 30er Jahre) Mehr


Bogdan Borçiç (* 1927)
Als Bogdan Borçiç eines Tages aus dem Magazin Seide schmuggelte und dabei versuchte, dem Rapportführer aus dem Weg zu gehen, wird er wegen Missachtung mit Haft im Stehbunker bestraft. Auf der Fläche von 70 mal 70 Zentimeter konnte sich der Gefangene weder hinsetzen noch hinlegen. Die ununterbrochene Haft in diesen Zellen war für eine Dauer von bis zu 72 Stunden gedacht (längere Haftzeiten sind bekannt), Luft- und Lichtmangel verschärften die Strafe.



7. Station: Sonderhäftlinge

Ort: Zellen 81 - 83 (Elserzellen)

3026
Georg Elser (1903-1945)
Am 8. November 1939 scheiterte in München das Bombenattentat des Kunstschreiners Georg Elser auf Hitler. Als Sonderhäftling im KZ Sachsenhausen inhaftiert, kam Elser Anfang 1945 in das KZ Dachau. Hier wurde er in strenger Einzelhaft gehalten, bekam aber mehrere Zellen (Nr. 81-83) zugewiesen.
Am 9. April 1945 wurde Georg Elser im Krematorium des KZ Dachau ermordet.

3029
Das Bombenattentat Georg Elsers im November 1939
Unter dem Eindruck des drohenden Krieges beschloss Georg Elser 1938 Hitler zu beseitigen.
Im Münchner Bürgerbräukeller, dem Traditionslokal der NSDAP, explodierte am 8. November 1939 die Bombe: Acht Tote und über 60 Verletzte lagen unter den Trümmern. Doch Hitler hatte kurz vorher den Saal überraschend verlassen.
Elser wurde noch in derselben Nacht verhaftet.

Hinweis auf geistliche Sonderhäftlinge, deren Zellen sich am Westausgang des Bunker befanden

3045
Geistliche Sonderhäftlinge
Ab 1943 war der westliche Teil des Bunkergangs durch eine Zwischentür abgetrennt. In acht Zellen wurden dort prominente Geistliche wie Pastor Dr. Martin Niemöller oder Domkapitular Johannes Neuhäusler gefangen gehalten. Jeder Häftling hatte eine eigene Zelle; die übrigen Räume wurden als Aufenthaltsraum oder für gemeinsame Gottesdienste genutzt.

Zelle 30 Dr. Martin Niemöller, Pastor in Berlin 1942/43-April 1945
Zelle 31 Dr. Michael Höck, Schriftleiter der "Münchner Katholischen Kirchenzeitung" 1942/43-April 1945;
Gabriel Piguet, Erzbischof von Clermont-Ferrand April 1945
Zelle 32 Dr. Johannes Neuhäusler, Domkapitular in München1942/43-April 1945
Zelle 33 Speise- und Aufenthaltsraum
Zelle 34 Kapelle mit (Koffer-)Altar
Zelle 35 Corbinian Hofmeister (1891-1966), Abt von Metten, Ostern 1943 verhaftet, April 1944-April 1945 im KZ Dachau;
Karl Kunkel, Kaplan in Königsberg April 1945

 

Verweis auf die Informationen über Martin Niemöller, den heute neben Georg Elser prominentesten Sonderhäftling, in der PC-Station und im Leseraum

Dr. Martin Niemöller (1892-1984)
Martin Niemöller stammte aus einem nationalprotestantischen Pfarrhaus. Nach dem Abitur wurde er Marineoffizier und nahm als U-Boot-Kommandant am Ersten Weltkrieg teil. Die militärische Niederlage Deutschlands und die Revolution von 1918 erlebte er als schmachvollen Niedergang der alten Ordnung. Er entschloss sich zum Theologiestudium (1919-1923) in Münster. Nach Abschluss der Studien arbeitete Martin Niemöller für die Innere Mission. Durch seine Vortragstätigkeit und seine politischen Reden als Fraktionssprecher der "Evangelischen Vereinigung" im Stadtrat von Münster war er bereits ein bekannter Mann, als er 1931 eine Pfarrstelle in Berlin-Dahlem antrat. Obgleich Niemöller seit 1924 bei Wahlen seine Stimme der NSDAP gegeben und den Regierungsantritt Hitlers begrüßt hatte, geriet er ab Mai 1933 zunehmend in Widerspruch zum NS-Regime. Er bekämpfte die "Deutschen Christen" als nationalsozialistische Kirchenpartei, da er die Unterordnung des Evangeliums unter eine politische Zielsetzung ablehnte. Seinem Gründungsaufruf zum "Pfarrernotbund" vom September 1933 folgte ein Drittel der evangelischen Pfarrer. Diese Vereinigung wurde 1934 zu einer Keimzelle der "Bekennenden Kirche", die sich seit 1935 unter der Führung Niemöllers den Maßnahmen der staatlichen Kirchenpolitik widersetzte.
Im In- und Ausland galt Martin Niemöller bald als Symbolfigur des kirchlichen Widerstands gegen der Nationalsozialismus.

Auf Befehl Hitlers wurde Niemöller am 1. Juli 1937 verhaftet, vor Gericht gestellt und am 2. März 1938 zu einer Geldstrafe und Festungshaft verurteilt. Da Hitler über das milde Urteil verärgert war, ließ er Martin Niemöller als seinen persönlichen Gefangenen in das KZ-Sachsenhausen einliefern. 1941 wurde Niemöller als Sonderhäftling in das KZ Dachau verlegt.
Nach der Befreiung 1945 versuchte Niemöller seine Erfahrungen mit der NS-Herrschaft in der kirchlichen und politischen Öffentlichkeit des Nachkriegsdeutschland umzusetzen. Er klagte die Kirchen in Deutschland der Mitschuld an den politischen Fehlentwicklungen an, kämpfte als radikaler Pazifist gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und kritisierte wiederholt die amerikanische Nachkriegspolitik. Der streitbare Protestant trat 1964 als hessisch-nassauischer Kirchenpräsident in den Ruhestand. 

Weitere Informationen

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Martin Niemöller

 

8. Station: SS-Straflager

Ort: Vor dem vergitterten Eingang zum SS-Straflagers

Schülerinformation

3032
1941 richtete die SS hinter der Gittertüre und in einer an den Bunker angebauten Baracke ein Straflager für SS-Angehörige ein. SS-Männer, Polizeibeamte und Luftschutzbedienstete unterstanden der Justiz der "SS- und Polizeigerichte". Zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen Verurteilte wurden hierher zur Strafverbüßung gebracht. Todesstrafen wurden im östlichen Bunkerhof und in späteren Jahren auf der SS-Schießanlage bei Hebertshausen vollstreckt.

Einer der dort Inhaftierten war Alfons Zündler,  Polizist und SS-Mann im besetzten Holland, der Hunderten von Juden die Flucht ermöglichte. Allerdings war sein Einsatz nicht uneigennützig, denn er ließ sich mit Alkohol und Sex für seine Dienste bezahlen.

(DIE ZEIT, 01.04.94, S. 13; DER SPIEGEL, 14/94, S. 94)

Der Blockführer Karl Minderlein (1909 - 1976) beteiligte sich anfangs an den Massenerschießungen sowjetischer Kriegsgefangener auf dem SS-Schießplatz in Hebertshausen, verweigerte aber später die Teilnahme. Er kam für sieben Monate in den Bunker des KZ Dachau. Anschließend wurde er zu einer Bewährungseinheit der Waffen-SS geschickt. Kriegsbeschädigt kam er 1944/45 erneut zur Kommandantur des KZ Dachau.

(Infotafel SS-Schießplatz Hebertshausen)

 

9. Station: Schüler erforschen den Bunker

Nach dieser lehrerzentrierten Führung empfiehlt es sich, den Schülern auch die Gelegenheit zu geben, den Bunker selbständig zu erschließen. So können sie den "Verweisen" folgend in der Tonstation, in der PC-Station und im Leseraum die erhaltenen Informationen vertiefen und die übrigen Räume besichtigen.
Als Treffpunkt nach 10 oder mehr Minuten (je nach Interesse und Aufnahmefähigkeit) bietet sich die Zelle 9 oder der Ausgang am Ende des Zellenganges an.



10. Station: Verschiedene Zellen

Ort: Zellengang

Am besten verlassen Sie den Bunker nicht über den Haupteingang, sondern durch die Tür am westlichen Ende des Mittelganges.
Auf dem Weg dorthin kommen Sie an drei Zellen vorbei, in denen Auszüge aus den Erinnerungen von Walter Buzengeiger und Erwin Gostner an die Wand projiziert werden.
Kurz vor dem Ausgang finden Sie die oben erwähnten Zellen von Niemöller und Neuhäusler und die gemeinsame "Kapelle" mit dem Kofferaltar.

Zelle 9
"Gegen zwei Uhr in der Nacht klirrt der Schlüssel in der ersten Zellentür am anderen Gangende. Sofort ist jeder wach. Metallen schlägt die gelöste Fußfessel auf dem Boden auf. Der Häftling von Nr.1 geht die ersten Schritte auf den Bunkerhof. Ein Schuss fällt. Ein Leben ist ausgelöscht."
Walter Buzengeiger, 1. Juli 1934

Zelle 19
"Vier Monate Bunker, vier Monate Dunkelhaft, vier Monate nur jeden vierten Tag etwas Warmes zu essen! Die Zeit schleicht dahin. Ich zähle nur jeden vierten Tag und bin erstaunt, wenn das Essen kommt und mich weckt. Denn ich befinde mich in einem Trancezustand."
Erwin Gostner, Juli 1938

Zelle 25
"Es war strenger Arrest. Volle 8 Monate. Dunkel-Arrest. Kein Hofgang. Hartes Lager. Blankes Holz.
3 Tage Wasser und 1 Pfund Brot. Dann 1 Tag Gefangenkost. Nur Blechnapf und Löffel. Keine Gabel. Kein Messer. Keine Tasse. Keine Waschschüssel. Keine Seife. Nichts."
Walter Buzengeiger, Juni 1934

 

Arbeitsblätter (mit Lösungen) zur selbständigen Erschließung des Bunkers durch Schüler finden Sie hier.